Schafe sind tierische Landschaft­s­pfleger

Die Wollspender selbst sind die emsigsten Landschaftspfleger ihres eigenen Lebensraums: Indem Swisswool Schweizer Schafschurwolle wieder wertig macht, unterstützt das Label aktiv eine nachhaltige Landwirtschaft und bewusste Landschaftspflege in der Schweiz.

Text von Sandra Henderson

Die schönen Produkte aus Schweizer Schafschurwolle sind letztendlich nur ein Teil der Arbeit von Swisswool und seinen Partnern. Das Engagement von Swisswool reicht viel weiter als die nachhaltige Verarbeitung Schweizer Schafschurwolle vom Schaf bis zum Shop, für die das rot-weisse Label heute steht: Die neue Wertschätzung dieses ursprünglichen Schweizer Naturstoffs macht nicht nur auf die Wolle selbst aufmerksam, sondern würdigt auch den unermüdlichen Einsatz des Menschen, die Schweizer Berglandschaft zu schützen. 

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Sömmerung für Artenvielfalt

Der ausgewogene Bestand von Kräutern, Gräsern und Blumen bleibt erhalten, gerade weil die Schweizer Bergbauern diesen artenreichen Lebensraum nutzen und gestalten. Denn ohne die jahrhundertealte Tradition Schafe auf den hochalpinen Weiden glücklich weiden zu lassen, wäre dieses gemischte Naturparadies aus Menschenhand überwuchert, und wir könnten es nicht geniessen.

Schafe retten ihren Lebensraum

Hinter der Bergidylle steckt die harte Arbeit der Schafbauern, der Hirten und, ja, auch der Schafe, die die Pflanzen dort oben in schwindelerregender Höhe abknabbern, wo kein Mensch und kein anderes Tier hinkommen. Heinz Brog, Inhaber des Wollreich Haslital arbeitet für Swisswool und bewirtschaftet selbst drei Schafalpen. “Die Landschaftspflege ist eine sehr, sehr wichtige Aufgabe vom Schafzüchter”, sagt der passionierte Naturkundler. Die Bauern und Hirten planen, wann und wo die Schafe weiden, um ein bestimmtes Terrain zu pflegen und die Verbuschung zu bekämpfen.

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Artenvielfalt lohnt sich

Es gibt dabei wichtige Pflanzen, sogenannte Zeigerpflanzen, die alle zwei Jahre auf jeder Schalfalp kontrolliert werden. Auf einer ausgemessenen Fläche müssen eine bestimmte Anzahl von Zeigerpflanzen vorhanden sein. Für reichere Artenvielfalt bekommt der Bergbauer dann höhere Subventionen vom Staat. Umso wichtiger sei es, beim Beweiden eine Strategie zu haben, erklärt Heinz Brog. Die Schafe kehren acht Wochen nach dem Weiden nicht in dasselbe Terrain zurück, damit das Gras nachwachsen und die Pflanzen versamen können. “Das ist natürlich die Aufgabe des Schäfers, das zu beobachten und zu steuern”, sagt der gutfundierte Landwirt. “So kannst du im grossen Stil mithelfen, eine Landschaft sehenswert und attraktiv zu erhalten. Das ist auch mit Aufwand verbunden”.

Mit Wollwissen inspirieren

Mit Passion führt Heinz Brog Gruppen durch sein Naturparadies, gibt sein faszinierendes Wissen über Tier und Natur weiter, und klärt über Landschaftsschutz in der Schweiz auf. “Das Wichtigste für mich ist eigentlich die Information nach draussen”, sagt er. Hier fange für ihn die Vermarktung der Wolle an. Laut Brog ist Wolle in den Produkten genauso erstaunlich funktionell wie schon am Schaf: Wolle wärmt oder kühlt wie man (oder Schaf) es braucht, reguliert hervorragend Feuchtigkeit und reinigt sich selbst. Heinz Brog hoffe, er könne mit seinem spannenden Wissen um Wolle, Schafe und Natur die Menschen dazu inspirieren, beim nächsten Bettenkauf ein Duvet mit Schafwolle auszuprobieren. Wenn die Menschen einmal verstehen, wie multifunktionell und wundervoll dieses urschweizer Naturprodukt ist, und sich bewusst für ein Produkt aus Schweizer Schafwolle entscheiden, helfen sie aktiv mit, das Bergbauerntum zu unterstützen und somit auch das Naturparadies Schweizer Alpen zu schützen.

Swisswool nutzt Schweizer Wolle

Die Schafhaltung in der Schweiz ist notwendig für die Erhaltung der Schweizer Alpen. Doch die Schafe, die sich hoch oben in den Schweizer Alpen wohlfühlen, müssen robust sein. Die Wolle dieser Schafrassen ist eher rau und kratzig. Darum interessierte sich lange Zeit niemand für Schweizer Wolle. Das Naturprodukt wurde gar weggeworfen oder verbrannt. 

Dann rief Friedrich Baur Swisswool ins Leben. Seit zehn Jahren bringen lokale Schafbauern rund die Hälfte aller Schweizer Schafschurwolle direkt zu einer der 25 Sammelstellen, die Swisswool im Frühjahr und im Herbst im gesamten Land organisiert. Für die Schurwolle wird nach Qualität und Gewicht bar auf die Hand gezahlt. 

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Mit Wollwissen aus vier Generationen und innovativen Technologien findet Swisswool gemeinsam mit ausgewählten Produktionspartnern für Schafschurwolle jeglicher Qualität wieder guten Nutzen. Heute wird Swisswool bis zur letzten Faser in ganz unterschiedlichen Produkten verarbeitet, von waschbaren Vliesstoffen für Duvets oder wollig warmen Skijacken bis hin zu Designer-Akustikpaneelen. Selbst die allerletzten Wollreste werden noch in Düngemittel verarbeitet. Durch diese wertbringende Verarbeitung der Schafschurwolle, die die lokalen Bergbauern jetzt für Bares zu den Sammelstellen bringen können, hilft Swisswool aktiv mit, die Schweizer Alpenlandschaft zu schützen.